Norrskenet.ch


Direkt zum Seiteninhalt

940 Polar

Volvo


Volvo 940 Polar


und sein Ende...






Der Tag an dem sich mein Leben veränderte
Es geschah in der zweiten Oktoberhälfte 2008. Eigentlich wollte ich nur zu einem Weiterbildungskurs fahren, an diesem Herbstmorgen. Es war noch dunkel auf dem Weg dahin. Es war ein Tag wie jeder andere, ich stand auf, ging mit meinem Hund spazieren, ass Frühstück, machte mich bereit und fuhr schliesslich los. Rund etwa 20min nachdem ich losgefahren bin kam plötzlich, in einer Kurve, ein Fahrzeug aus der Gegenfahrbahn auf die meinige. Ich dachte nur noch: "Mist was soll das!!!" Und schon wurde es still um mich...


Ich ahnte an diesem Tag noch nicht dass ich genau ein Jahr später zur selben Zeit nochmals an diese Stelle zurück gehen würde. Es war wie magisch, es zog mich förmlich dahin. Was ich da wollte!? Keine Ahnung was ich ganz genau erwartet hatte. Die Zeit zurück drehen können!? Naja, dies wär wohl mein sehnlichster Wunsch gewesen. Nein, vielleicht habe ich gehofft an diesem Morgen an welchem ich, aus sicherer Entfernung, das Verkehrsgeschehen an dem Punkt beobachtete, wo genau ein Jahr zuvor meine Fahrt in einer Frontalkollision mit 60Km/h endete, eine Antwort zu finden auf all meine Fragen. Oder vielleicht auch darauf der Person, welche den Unfall verursacht hatte die eine oder andere Frage stellen zu dürfen. Oder ganz einfach so etwas wie ein "es tut mir leid was da passiert ist!" zu hören.

Nach diesem Unfall habe ich meine Tätigkeit als Fahrtechnik-Instruktor, im Bereich Verkehrssicherheit, sehr stark in Frage gestellt. "Warum tu ich den das überhaupt wenn es dann doch nichts nützt?" Stellte ich mir immer wieder die selbe Frage. Ich war sehr nahe daran das ganze an den Nagel zu hängen. Irgendwie hat es mich aber doch nicht losgelassen. Ich will weitermachen. Ich will auch die Ausbildung zum Moderator für die obligatorschen Weiterausbildungskurse (für Neulenker) machen und schaffen. Ich bin heute noch mehr und stärker den je davon überzeugt, dass wenn ich es schaffe nur einen einzigen Unfall zu verhindern, auf Grund meiner Tätigkeit, und irgend jemandem das ersparen kann, was mir, meinem Umfeld, wie auch dem Verursacher und dessen Umfeld wiederfahren ist, dass sich jeder einzelne Kurstag gelohnt hat. Wissen werd ich es nie. Dies steht aber auch nicht im Vordergrund.

Wie aus Crashtests zu erkennen ist, dauert eine Kollision, von dem Zeitpunkt, an welchen das Kennzeichen, oder die Stossstange das Hinternis berührt, rund ca. zwei- bis dreihundert-millisekunden, bis das Fahrzeug zum Stillstand gekommen ist. Drei-hundertmillisekunden welche Spuren hinterlassen, bei allen beteiligten eines Unfalles.
Zum Vergleich: nehmen Sie eine Stop-Uhr, drücken Sie so schnell wie möglich nacheinander die Start-Stop-Taste und lesen Sie dann die Zeit ab.

Ich habe mir sehr lange überlegt ob ich es wirklich machen möchte. Und bin dann zum Schluss gekommen diese Bilder doch auf meiner Homepage zu zeigen. Auch mit dem Hintergrund der Vergangenheitsbewältigung. Es geht nicht um Schuldzuweisungen, nicht um Werbung, nicht darum Angst zu schüren, daher werden auch bewusst keine detailierteren Angaben zum Unfallhergang, zu Personen und/oder deren Verletzungen gemacht. Nein! Es geht einzig und alleine darum zu zeigen, wie schnell und unerwartet etwas passieren kann. Egal ob man den Unfall verursacht hat, oder aus dem nichts als Opfer in einen Unfall mitverwickelt wird. Ich möchte hier nicht als Sicherheitsapostel agieren, es ist nicht alles "böse" und "schlecht" was sich im Strassenverkehr bewegt, auch wenn mir nach diesem Erlebnis mein Gehirn und Bauch etwas ganz anderes sagten und zu fühlen gegeben hatte, während geraumer Zeit nach dem Unfall.
Aber ich möchte doch auch einwenig an das Gewissen eines jeden apellieren, egal über welche aktiven und passiven Sicherheitseinrichtungen unsere Fahrzeuge auch immer verfügen mögen, es sind immer noch WIR die sich hinters Lenkrad setzen und darüber entscheiden ob, wann, wie lange, in welchem Zustand und wie (Geschwindigkeit, Fahrstil etc.) wir fahren wollen und werden. Diese Entscheidung nehmen uns auch die besten Sicherheitseinrichtungen noch nicht ab. ZUM GLÜCK! Ich persönlich fände es sehr schade wenn mich plötzlich ein Roboter herumchauffieren würde.

Etwas Werbung muss doch noch sein... ;-)
Ich persönlich glaube die Autoindustrie hat ihren Job sehr gut gemacht. Die Knautschzone meines Volvo 940 hat zu meinem Glück sehr viel Energie bei dem Aufprall abbauen können. Diese abgebaute Energie überträgt sich dann nicht mehr auf die Innsassen, was physische Verletzungen stark verringern, aber leider auch doch auch nicht ganz vermeiden kann. Absolut nicht zu vernachlässigen und zu unterschätzen sind die psysischen "Verletzungen" welche durch einen Unfall entstehen können, was doch gerne mal passieren kann. Weder die aktiven noch die passiven Einrichtungen in unseren Fahrzeugen sind in der Lage diese zu verhindern. Ein Bein oder ein Arm im Gips, eine verbundene Schnittwunde am Kopf, oder an der Hand, sieht man. Diesem Schmerz hat man auch die Möglichkeit etwas "auszuweichen". Eine andere Position einnehmen, oder sich auf was anderes zu konzentrieren. Der Kopf ist dabei immer mehr oder weniger frei.
Ein plötzliches unwohlsein, in ähnlichen Situationen in welchen der Unfall geschehen ist (z.B. Dunkelheit, blendendes Licht, Nebel, Nässe, starkes Verkehrsaufkommen - Engegefühl etc, etc.), oder auch in anderen Alltags-Situationen, wie z.B. Stress, Enge u.s.w. ist den betroffenen meist nur sehr schwer anzusehen. Genauso wie Schleudertrauma (Übelkeit, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwierigkeiten und/oder weiteres) und ähnliche Verletzungen. Den bei diesen Verletzungen entstehenden Schmerzen kann nur sehr schlecht ausgewichen werden, der Kopf ist belastet was zu grossen bis sehr grossen Einschränkungen führen kann. Die betroffene Person versucht sich vielleicht meist auch darüber auszuschweigen, weil sie eventuell selber noch nicht weiss wie sie es einordnen und wie sie damit umgehen soll. Sie geniert sich vielleicht auch ein wenig zuzugeben dass etwas nicht in Ordnung ist, aus Angst der Reaktionen aus der Gesellschaft. Diese kommen alleweil irgendwann, ob sie dann positiver oder negativer Natur, oder diese gut gemeint und schlecht angekommen sind, ist dann sehr von den Personen und der aktuellen Situation abhängig.
Kurz gesagt: was wir nicht selber sehen und fühlen können, können wir oft nur schwer, oder gar nicht verstehen und ist meist auch nur sehr schwer nachzuvollziehen.
Die Fahrgastzelle an meinem VOLVO 940 Polar wurde trotz eines Aufpralls von ca. 60Km/h praktisch nicht verändert. Jede Türe an diesem Wagen konnte noch immer ohne grösseren Kraftaufwand geöffnet werden. Weiter sind auch eine gute Sitzposition, das tragen der Sicherheitsgurten und das Verstauen mitgeführter Waren (und wenn es sich dabei "nur" um einen Schirm, oder den Lebenmitteleinkauf handelt) sehr wichtige Aspekte um physischen Verletzungen vorbeugen zu können. Auch Mitfahrer und Kinder sollten stets angegurtet sein - zu glauben sich bei einem Aufprall fest halten zu können, ist absolut illusorisch!!! - Gemäss einer Studie nimmt ein Körper bei einer Aufprallgeschwindigket von 50Km/h ca. das 35-fache seines Eigengewichtes an d.h. 1Kg wird zu 35 Kg - 100Kg werden zu 3.5Tonnen. Diese und auch noch viele weitere Tips gibt es bei entsprechenden Fahrsicherheitstrainings (siehe Link)

Ich wünsche niemandem, mein Erlebnis an eigenem Leib erfahren zu müssen!
In dem Sinn, allzeit gute Fahrt!



Die Zeit vergeht bestimmt! Was bleibt, zeigt wiederum die Zeit...




Alles über die 940 / Polar Reihe

Typenbezeichnung


Die 900er Serie untergliedert sich in die Typenbezeichnungen 940 bzw. 960; ab 1997 in S90 bzw. V90.
Standen bis 1996 die Typenbezeichnungen 940 und 960 in der Regel noch für die Anzahl der Zylinder des Motors, so wurde während des Modelljahres 1997 die Volvo interne Typenbezeichnung vereinheitlicht: Alle 960er Kombis wurden als "V" (für Versatility = engl. für Vielseitigkeit) und alle 960er Limousinen als "S" (für Sedan = engl. für Limousine) bezeichnet. Die jeweils nachfolgende zweistellige Zahl symbolisiert seit dem die jeweilige Serie (z. B. S40, V70). Der Wechsel erfolgte zum Baujahr 1997, d. h. es gibt auch Fahrzeuge, die während des Modelljahres 1997 gebaut wurden, die aber noch die Typenbezeichnung 960 tragen. Unterscheiden lässt sich der S/V90 vom 964/965 hauptsächlich anhand von Kleinigkeiten z. B. durch die Anordnung der Sitzheizungsschalter. Diese sind nicht mehr hintereinander in Fahrtrichtung angeordnet, sondern befinden sich links und rechts hinter dem Automatikwählhebel.
Die Modellbezeichnung 940 wurde aber für die klassische, einfachere Kombi-Variante der 900er Serie noch bis zum Ende der Produktion beibehalten.

Geschichtliches


Die 900er Serie wurde 1990 als Weiterentwicklung der 700er Serie vorgestellt und löste diese vollständig im Jahre 1992 ab.
Die 960er Modelle waren mit den 940er Modellen weitestgehend baugleich, besaßen jedoch eine höherwertige Ausstattung und wurden stets nur mit den stärksten Motoren (2.3 turbo und 2.4 turbo-Diesel nicht in Deutschland) ausgerüstet. Zudem übernahm die 960-Limousine die aufwendige Mehrlenker-Hinterachse von der 760-Limousine. Die 940-Limousine und alle Kombis behielten ihre hintere Starrachse, die jedoch kein kritisches Fahrverhalten zeigt.
Mit Einführung des Modelljahres 1995 wurde eine deutliche optische Differenzierung zwischen den 960er und den 940er Modellen eingeführt. Die Änderungen waren so umfangreich (u. a. vollständig geänderte Frontpartie mit verbesserter Aerodynamik), das man allgemein auch vom Volvo 960 Typ II spricht.
Während die 940 Limousine eingestellt wurde, erfreute sich der 940 Kombi, obgleich zu diesem Zeitpunkt technisch überholt, noch bis Produktionsende einer großen Beliebtheit. Als 1998 der Bau der 900er Serie eingestellt wurde, bedeutete dies das Ende der Heckantriebs-Ära bei Volvo.

Zahlen, Daten, Fakten

Ebenso wie bei der 700er Serie blieb auch in der 900er Serie der Radstand bei 2770 mm. Die Außenlänge variiert je nach Ausführung zwischen 4844 mm und 4871 mm. Zudem gab es den S90 Executive, eine Version mit verlängertem Radstand und einer Gesamtlänge über 5 Meter. Ebenso existieren einige, von Volvo gefertigte Sonderfahrzeuge auf Basis der 900er Serie, etwa Krankenwagen oder Leichenbestattungswagen. Das Leergewicht liegt zwischen 1327 kg bis zu 1570 kg. Die zulässige gebremste Anhängerlast betrug bis zu 2,0 Tonnen. Das Platzangebot bietet mit bis zu 2200 Liter Ladevolumen beim Kombi auch bis heute kaum erreichte Werte. Aufgrund der Teilverzinkung (bis zur Unterkante der Fenster) und zahlreichen Alukomponenten (u.a. Motorhaube und Heckklappe) sind die Fahrzeuge nicht rostanfällig.
Die Motoren wurden größtenteils aus der 200er- und 700er-Serie übernommen und für den 940/960 überarbeitet, jedoch wurde der Sechszylinder-Reihenmotor (Benzin) speziell für den 960 entwickelt und löste den Euro-V6 endgültig ab. Die Entwicklung des Motors wurde Porsche in Weissach übertragen und bildete den Grundstein für ein Baukasten-System aus dem auch die Fünfzylinder-Reihenmotoren (Benzin) des Volvo 850, S/V70 und S80 hervorgingen. Als Besonderheit verfügen die Motoren über Einzelzündspulen, trockene Zylinderlaufbuchsen aus einer Aluminium-Speziallegierung, luftspaltisolierte Hosenrohre und eine 6-in-2-in-1-Abgasanlage. Den 3.0i (204 PS) gibt es nur mit 4-Stufen-Automatikgetriebe, die 180 PS-Version und den 2.5i auch mit 5-Gang Handschaltung.

Insgesamt wurden ca. 670.000 PKW der 900er Serie gebaut, davon ca. 280.000 Kombis und 390.000 Limousinen.


Quelle: http://de.wikipedia.org


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü